Stamm Wildgänse Sankt Anna

Jahresaktion 2015

Herzlich willkommen zur Jahresaktion 2015

"Gast>>Freundschaft: Für Menschen auf der Flucht"

Begegnung ist der erste Schritt

Nürtingen, eine kleine Stadt auf der schwäbischen Alb. Im Stadtteil Oberensingen soll ein Asylheim für Männer in einem Wohnhaus, mitten im Ort neben der Bushaltestelle, entstehen.

Viele Nürtinger halten das für untragbar. Der Protest ist groß, die Ängste sind es auch: Ein Asylheim für Männer, können da die Menschen aus dem Altenheim gegenüber noch alleine auf die Straße gehen? Wie wirkt sich das Flüchtlingsheim mitten im Ort auf das Stadtbild aus? Ein Flugblatt der Freien Nationalisten Esslingen weißt auf das „Gefahrenpotential“ der Flüchtlinge hin und fordert: „Die Asylflut muss gestoppt werden.“

Zum Glück denken nicht alle im beschaulichen Nürtingen so. Beispielsweise gibt es Menschen wie Martin Schwer, den ehemaligen Diözesankurat im Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart, der sich mit vielen anderen Helfern im „Netzwerk Flüchtlingsarbeit Nürtingen“ engagiert. Im Netzwerk sind auch einige ältere Menschen, die selbst nach dem zweiten Weltkrieg aus Schlesien, Pommern oder Böhmen vertrieben worden sind und in Deutschland eine neue Chance erhalten haben. Eine Frau erzählt mit feuchten Augen, dass sie sich vorstelle, ihre eigenen Söhne würden in einem fremden Land ankommen. Sie würde sich wünschen, dass sie sicher und willkommen wären. Und so bildet das Netzwerk einen Gegenpol zu den Widerständen und Vorurteilen vieler Nürtinger und setzt sich für die ankommenden Flüchtlinge ein. Es organisiert Länderabende, engagiert sich für eine Verbesserung der Situation im Containerdorf und unterstützt bei Besuchen auf dem Amt und beim Deutschlernen.

Plötzlich sind wir Gäste bei Fremden in unserer Heimat

Wir möchten mehr über das tolle Engagement erfahren und statten dem ehemaligen Diözesankurat Martin einen Besuch in Nürtingen ab. Schon bei der DPSG-Solidaritätsaktion mit Ruanda 1994 hat Martin eine der ruandischen Familien dabei unterstützt, in Deutschland anzukommen. Dieser Mission bleibt er treu. Er erzählt von den Ängsten in der Bevölkerung und lädt uns zu einem Sprachencafé ein. Dort treffen wir engagierte Deutsche und Flüchtlinge aus Pakistan. Die einen erzählen uns von der ersten Aufklärungsarbeit und wie schwer es war, die Vorurteile der Nürtinger Bevölkerung abzubauen. Die anderen berichten von der Wartezeit im Asylheim, die sie allmählich zermürbt hat und von der Abwechslung, die sie durch die Aktivitäten des Netzwerks erfahren haben. Sie laden uns zu sich ins Flüchtlingswohnheim ein. Gemeinsam trinken wir traditionellen pakistanischen Tee und lauschen den spannenden Erzählungen. Wir sitzen in einem kleinen Raum mit vier Betten und einer kleinen Küchenzeile auf Stühlen, die in aller Eile aus allen umliegenden Zimmern zusammengetragen werden. Plötzlich sind wir Gäste bei Fremden in unserer Heimat.

Das ist sie – die Jahresaktion 2015: Gast>>Freundschaft

Wir wollen als DPSG zu den engagierten Menschen in Deutschland gehören, die Flüchtlinge willkommen heißen. Wir wollen aufgeschlossen sein und uns für ein gastfreundliches Deutschland einsetzen. Dafür möchten wir unsere eigenen Berührungsängste überwinden, in Kontakt treten, Brücken bauen und von unseren Erfahrungen erzählen, um auch anderen die Ängste vor dem Fremden zu nehmen. Martin Schwer ist ein Vorbild: Er handelt ohne zu zögern und er ist nicht der Einzige. Und wir hoffen, dass Deutschland im Jahr 2015 nach einer erfolgreichen Jahresaktion um mindestens 95.000 gastfreundliche Menschen reicher ist! Auf den nachfolgenden Seiten haben wir für Euch Informationen und Anregungen zum Thema „Flüchtlinge in Deutschland“ zusammengestellt.


Weitere Informationen findet ihr auf der Website der DPSG